Pressestimmen
Zurück zur Übersicht
Berichte zum Musikfest 2005
Aus BA vom Samstag, 18.06.2005. Verfasser: Bernhard FurtnerGemeinschaftserlebnis Blasmusik
25 Jahre Georgsbläser Mehring-Raitenhaslach gefeiert - Aicher und Koller Ehrenmitglieder
Burghausen. "Das war vom Feinsten", gab sich Pfarrer Franz Aicher nach dem Jubiläumsabend "25 Jahre Musikkapelle St. Georg Mehring-Raitenhaslach" begeistert. Die zahlreichen Besucher im Saal des Bürgerhauses teilten offensichtlich diese Begeisterung für die junge Kapelle, die sich mit Fleiß und Disziplin zu einer festen und unverzichtbaren Größe im Kulturleben der Region entwickelt hat.
Fein ausgeheckt hatten die Georgsbläser ihr Jubiläum in der Tat. Benedikt Waas, Bruder des Dirigenten, stellte chronologisch die Entwicklungsstadien und herausragenden Ereignisse der 25-jährigen Geschichte dar. Untermauert wurden die Texte von perfekt gespielten Stücken, die in den vergangenen Konzertprogrammen eine besondere Rolle spielten: Festhymnus, Starlight Express, ein Potpourri aus französischen Musical-Schlagern, Zugspitz-Marsch oder Laridah-Marsch - letzterer ein kleiner Vorgeschmack auf das Gemeinschaftskonzert mit 1000 Musikanten morgen, Sonntag, um 15 Uhr auf dem Stadtplatz.
Viel Lob konnte die Jubelgemeinschaft von allen Seiten einheimsen. Schirmherr Bürgermeister Josef Wengbauer (Mehring), Bläserreferent Michael Beck von der Diözese Passau und Wolfgang Maier, Bezirksleiter Inn-Salzach des Musikbunds von Ober- und Niederbayern, würdigten die aus kleinsten Anfängen heraus entstandene Gemeinschaftsleistung. Einen tiefen Blick in die Geschichte der Georgsbläser gewährte Pfarrer Franz Aicher, der unter anderem an die großen Feste erinnerte; oder an "Sternstunden" wie die Einrichtung des Jugendraums in Raitenhaslach.
Dass der Bestand der Georgsbläser zu einem guten Teil Pfarrer Franz Aicher zu verdanken ist, kam in einer Betrachtung des ehemaligen Dirigenten Hans Koller (1991-1998) zum Ausdruck. Aicher habe die Vereinigung der Raitenhaslacher und Mehringer Bläsergruppe bewirkt, den Schritt weg von der rein kirchlichen Bläsergruppe unterstützt, als "Manager" Auftritte organisiert - und mit Gespür für Nähe und Abstand Jugendarbeit geleistet. Nach Kollers Feststellung ist Pfarrer Aicher nicht nur der Sportpfarrer, sondern auch der Musikpfarrer von Burghausen. Auch wenn der Bischöflich Geistliche Rat bekannte, nie selbst großes musikalisches Können bewiesen zu haben, ernannte ihn Dirigent Bernhard Waas zum Ehrenmitglied.
Eine größere Laudatio auf den Ex-Dirigenten Hans Koller hielt Konrad Raischl, der vor allem dessen Disziplin und Leistungswillen herausstellte - und den "gigantischen Zeitaufwand", den er für die Georgsbläser aufgebracht hatte. "Du hast keine Allüren gezüchtet, es ging dir nur um das Miteinander", stellte Raischl fest, der, früher selbst Klarinettist, unter anderem Fahrten in die Partnerstadt Fumel ins Gedächtnis rief. Koller wurde sodann Ehrenmitglied Nummer 2 und durfte - wie in alten Zeiten - ein französisches Potpourri dirigieren.
Landrat Erwin Schneider stellte valentinsmäßig fest: "Bei solchen Anlässen fällt mir meine eigene Musikkarriere ein, die nie begonnen hat". Sein Vater sei dagegen gewesen, dass er ein Blasinstrument lernt, weil Musiker viel im Wirtshaus sind und aus ihnen nichts Anständiges werden könne. Dies habe sich nicht bestätigt. Seine Freunde seien im Gegensatz zu ihm anständig geblieben und er halte sich mehr in den Wirtshäusern auf als sie. Die Georgsbläser titulierte er als Aushängeschild für Raitenhaslach und Mehring.
Bürgermeister Hans Steindl, Schirmherr des Bezirksmusikfestes Inn-Salzach, hatte als ehemaliger Nachbar des Proberaums einen unmittelbaren Eindruck vom "Georgsgebläse", wie sein Sohn die Kapelle tituliert hatte. Er selbst hielt das Mitwirken in der Kapelle für die beste Art der Jugendarbeit. Hier würden mehrere Ideale miteinander verbunden. Steindl lobte auch den großen musikalischen Querschnitt und bezeichnete die Kapelle als festen Bestandteil im Kulturleben der Region. Die Georgsbläser durften sich über Geldgeschenke und eine in Aussicht gestellte Plättenfahrt freuen, gespendet von Pfarrer Franz Aicher, Landrat Erwin Schneider und Bürgermeister Hans Steindl. Zum Verkauf angeboten wurde eine umfangreiche Chronik.
Geehrt wurden: Für fünf Jahre Mitgliedschaft Monika Waas und Christoph Emmersberger, für acht Jahre Heike Auberger, Susanne Breu, Christine Kuchlbauer, Kathrin Obermeier, Alois Schmölz, Stefan Seyfried, Bernadette Schuster, Dr. Wilfried Balthasar, Christina Daniel, Stefan Forstner, Elisabeth Kreil und Martin Schmidhammer; für 15 Jahre Heike Brunnbauer, Andreas Meindl, Michael Koller, Andreas Messmer und Anton Eimannsberger.
Bronzene Ehrennadeln des Verbandes erhielten die Dirigenten der ehemaligen Raitenhaslacher und Mehringer Bläsergruppen Gerhard Wimmer und Karlmann Kanzler. Verdienstmedaillen in Bronze nahmen Georg Helmberger, Anni Kaiser und Martin Maier in Empfang. Fördermedaillen wurden an Bürgermeister Hans Steindl (Silber) und Josef Wengbauer (Bronze) überreicht. Schließlich erhielt Musikpfarrer Franz Aicher noch die Ehrenmedaille des Musikbunds in Gold.
Aus BA vom Montag, 20.06.2005. Verfasser: Bernhard Furtner
Die totale Harmonie am Stadtplatz
21. Bezirksmusikfest mit Gemeinschafts-Musizieren von 1000 Musikern gekrönt
Burghausen. "Augenblick verweile doch, du bist so schön" - so ähnlich dürfte es wohl mancher Besucher des 21. Bezirksmusikfestes empfunden haben, als 1000 Musiker von Kapellen diesseits und jenseits der Salzach gemeinsam bei strahlendem Sonnenschein einen Festhymnus anstimmten. Es war der Augenblick, der den ganzen Stadtplatz in eine seltene Harmonie tauchte.
Der Tag hatte mit einem Kirchenzug und einem Festgottesdienst in St. Jakob begonnen, den die Pfarrer Franz Aicher und Siegfried Herböck konzelebrierten und das Blechbläserensemble Eningen unter der Leitung des ehemaligen Raitenhaslachers Johannes Popp eindrucksvoll ausgestaltete. In seiner Predigt sprach Pfarrer Franz Aicher von der Möglichkeit, durch Musik mit Gott in Kontakt zu treten und ließ seine Dankbarkeit für das 25-jährige Bestehen der Georgsbläser erkennen. Er hob auch die Bedeutung der Musik für die Liturgie hervor - für viele Menschen eine Quelle, an der sie sich für den Alltagstärken. Die Musik könne Sehnsucht nach Größerem wecken - nach Gott, der die Melodien der Schöpfung erklingen lasse.
Mittags wurden die Musikanten in der Messehalle verköstigt, vor der mehrere Kapellen den Marsch bliesen.
Eine große Menschenmenge - schätzungsweise 3000 - versammelte sich nachmittags am Stadtplatz, um den Einzug der rund 30 Kapellen und 20 Vereine zu erwarten. Angeführt von den Georgsbläsern Mehring-Raitenhaslach zogen sie dann, von der Napoleonshöhe her kommend, über die Salzlände auf dem Stadtplatz ein. Die 1000 Musiker spielten nach der Begrüßung des Bezirksleiters Inn-Salzach des Musikbunds von Ober- und Niederbayern, Wolfgang Maier, den von Bernhard Waas dirigierten Festhymnus. Später folgten der Laridah-Marsch unter der Stabführung des Bezirksdirigenten Stefan Häussler, der Fehrbelliner Reitermarsch der Spielmannszüge unter Werner Grätz, der Rainer-Marsch - eine Hommage an die österreichischen Kapellen - dirigiert von Josef Esterbauer von der Trachtenmusik Tarsdorf und schließlich die Bayernhymne, für die Franz Haidu vom Musikbund den Einsatz gab.
Dazwischen brachten die Ehrengäste ihre Grußworte ein. Bürgermeister Hans Steindl gab seinen Eindruck von der einzigartigen Kulisse wider, erkannte das verbindende Element über die Grenzen hinweg und bezeichnete die Georgsbläser als wichtiges Kulturgut der Stadt. Der Präsident des Musikbundes, Staatssekretär Franz Meyer, dankte Vorstand Erich Butz und Dirigent Bernhard Waas für wunderschöne Festtage und eine reife Leistung. Bayern sei ein Kulturstaat besonderer Prägung, dafür stehe auch die Blasmusik. Stolz ist Meyer darauf, dass 60 Prozent der Mitglieder Jugendliche sind. Schließlich drückte er seine Verbundenheit mit den Freunden aus Österreich aus.
Keine bessere Umgebung für ein Fest wie dieses vorstellen konnte sich Landrat Erwin Schneider, der das Zusammenspiel von Architektur und Musik erkannte. Bezüglich der allerorten sichtbaren guten Jugendarbeit in den Blaskapellen war ihm um die kulturelle Zukunft nicht bange.
Zum Ausklang des Festes gab es noch ausgiebige musikalische Unterhaltung am Stadtplatz.
Sämtliche Artikel sind in öffentlichen Medien erschienen. Artikel die vor der Einführung der neuen Rechtschreibung erschienen sind wurden den neuen Regeln angepasst.
Quellen:
- BA: Burghauser Anzeiger, Passauer Neue Presse
- Burghauser Wochenblatt
- Bayerische Blasmusik: Verbandszeitung des Musikbundes von Ober- und Niederbayern