Pressestimmen
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Jahreskonzerte 2011
Verfasser: Sabine ResselGeorgsbläser füllen den Stadtsaal beim Jahreskonzert und bieten ein sehr unterschiedliches und höchst anspruchsvolles Programm
Burghausen. Die Blaskapelle Mehring-Raitenhaslach St. Georg gab sich die Ehre und die vielen Fans kamen alle. Das Abendkonzert am Samstag ist sowieso sozusagen ausgebucht, beim Familienkonzert am Sonntag rücken ganze Familienverbände der Nachwuchsgruppe an , so dass der Stadtsaal zweimal gut gefüllt war. Ein gutes Konzept -denn das muss den Georgsbläsern mal jemand nachmachen! Dass sie zu recht eine feste Größe im Burghauser Kulturleben sind, stellen sie aber jedesmal aufs Neue durch das ausgesuchte Programm und den satten Sound unter Beweis. Militärmusik ist eine Domäne der Blaskapellen - mit dem eleganten Herzog -von-Braunschweig-Marsch,1806 übrigens für das preußische Heer geschrieben ,begann das Konzert. Nach der Begrüßung dann eine ordentliche thematische Kehrtwende: die Zuhörer wurden in die Opernwelt versetzt, denn vom vielseitigen holländischen Komponisten Johan de Meij gibt es eine Bläserbearbeitung des "Te Deums" aus Puccinis Oper Tosca. Sie lässt die gewaltige Originalfassung für Bass, Orchester und großem Opernchor durchschimmern. Diesmal war das Programm wirklich vom Gegensatz geprägt: es folgte eine Bearbeitung von Jean-Claude Amiot des in sich ruhenden meditativen und allen bekannte "Kanon" von Johann Pachelbel ; die "Arbeitsverteilung" ist hier bekanntermaßen sehr ungleich auf die Fächer verteilt, aber das Zusammenspiel der Georgsbläsern klang umso harmonischer, auch, weil diese Passacaglia (das ist die richtige Bezeichnung, so haben wir aus Bernhard Waas' Zwischen-Anmerkungen erfahren, ohne die übrigens die Jahreskonzerte nicht denkbar sind,) von den Musikern mit viel Gefühl vorgetragen wurde. Eine weitere höchst hörenswerte Facette in den zahlreichen Bearbeitungen. Dann ein Schmankerl: der Slawische Tanz op.46 Nr. 7 von Antonín Dvorák ; Waas erläuterte, dass diese Tänze für den Verleger ( nicht für den Komponisten) ein großer finanzieller Erfolg waren. In der gewählten Bearbeitung kam er ganz beschwingt und fein nuanciert daher, ein Genuss auch dank der optimalen Oboe-Fagott-Besetzung. Natürlich gab es wieder zahlreiche erfolgreiche und dafür geehrte Musiker vorzustellen - der Wille der Musiker, sich ständig zu verbessern, ist unübersehbar. Eine Verbeugung vor König Ludwig II. von Bayern, dessen Todestag sich heuer zum 125. Mal jährte: der König-Ludwig II.-Marsch in einer Bearbeitung von Walter Tuschla. Nach der Pause, von den vielen Eltern schon ungeduldig erwartet, hatte dann die neu aufgestellte Nachwuchsgruppe ihren Auftritt - dafür, dass er die ganz Neuen seit September integrieren musste, hat Dirigent Christian Lechner wirklich schon gute Arbeit geleistet. Besonders die "Loco-Motion" konnte sich wirklich hören lassen! Weiter gings mit den "Großen" und "Robinson Crusoe", hochdramatischer Programmmusik inspiriert vom gleichnamigen englischen Roman und Flutes forever von Wim Laseroms, bei dem, man konnte es sich denken, die Querflöten ihren großen Auftritt hatten. Beim nächsten Stück erfuhr man endlich, was die Kapelle mit den doch recht ansehnlichen Spenden der Besucher anstellt: sie investiert in neue Instrumente wie Glockenspiel und Tuba - und Schmirgelpapier. Denn dieses benötigt man für ein Stück mit dem Namen "Ballett auf Sandpapier" des Amerikaners Leroy Anderson. Tim und Tom, die beiden Schlagwerker ( ansonsten immer im Hintergrund, und dort die einzigen, die fast immer in Bewegung sind) hatten sich, so Waas, ausgiebig mit den Möglichkeiten der Körnungen auseinander- und diese dann optimal eingesetzt, so dass ein schmissiger Tanzrhythmus herauskam, bei dem man sich dann auch eine Tanzeinlage hätte vorstellen können... Schließlich ein Klassiker - Cats, ein Potpourri der bekanntesten Melodien dieses Musicals von Andrew Lloyd Webber, das weltweit unvorstellbare 50 Millionen Besucher verzeichnete. Klingt auch für Blasorchester schön und besonders schön durch die eingebauten "Katzentöne". Als würdigen Abschluss, auch im Hinblick auf den Kirchweihtag, ein Choral mit "Rock-Out" von Ted Huggins mit exzellent herausgearbeiteten Fugenpartien. Der lange und verdiente Beifall wurde unterbrochen von "Jazzy Trombones", einem Paradestück für die Posaunenriege, die damit den langjährigen Posaunisten Johann Eimannsberger verabschiedete. Nach Waasens Dank an seine Musiker und Besucher wurde man mit einem allerletzten Konzertmarsch der Hergolshäuser Musikanten - für den Titel "Die Sonne geht auf" aber etwas zu früh - in den Abend hinausgeleitet, im Kopf lauter wunderbare Melodien.