Instrumentenkunde
Nachfolgend stellen wir Ihnen die Instrumente die in unserer Kapelle eingesetzt werden in Kürze vor:
Blechblasinstrumente
Gemeinsames Merkmal aller Blechblasinstrumente (kurz: Blech) ist die Tonerzeugung mit elastisch gespannten, nach dem Prinzip von Polsterzungen gegeneinander schwingenden Lippen, die gegen ein kesselförmiges Mundstück gepresst werden und so die Luft in der Röhre in Schwingungen versetzen. Ein weiteres, sekundäres Merkmal ist, daß sie aus Metall sind, weshalb sie unter dem Sammelbegriff Blechblasinstrumente zusammengefasst werden. Das Blech unterscheidet sich zum Holz hinsichtlich der Tonerzeugung mit den Lippen und der Spielweise: die Tonhöhenveränderung geschieht hauptsächlich durch Überblasen. Zum Blech zählen neben den eigentlichen Trompeten die Zinken, Hörner und Posaunen.Jedes Rohr, das mit gespannten Lippen angeblasen wird, wird zu einem Trompeteninstrument. In der historischen Form ist dieses Rohr ein- oder mehrfach gewunden und am Ende mit einem Schalltrichter versehen. So angeblasen bringt die Trompete ausschließlich die Naturtöne hervor. Mit der Anordnung von drei Ventilen, wie sie bei Trompeten und Hörnern üblich sind, ist der gesamte Tonvorrat einer chromatischen Tonleiter spielbar. Die kompliziert gebauten Ventile leiten den Luftstrom des Instruments in unterschiedliche Krümmungen des Rohres, die Länge der schwingenden Luftsäule wird also verändert und damit auch die Tonhöhe. Natürlich kann man die Länge der Luftsäule auch recht einfach verändern, indem man einen Teil des Rohres beweglich macht (sog. Zug bei Posaunen).
Unterschieden werden weit mensurierte Instrumente mit konisch gebohrtem Schallrohr, deren Klang weich ist (z.B. Flügelhorn) und eng mensurierte großteils zylindrisch gebohrte Instrumente, die schärfer und edler klingen (z.B. Trompete, Posaune)
Die Tonqualität im Randbereich des jeweils angegebenen Tonumfangs und die Möglichkeit, Töne darüberhinaus zu spielen sind stark abhängig von der Intensität des täglichen Übens.
Trompete
Die Entwicklung der modernen Trompete kann über Tausende von Jahren zurückverfolgt werden. Alle höheren Zivilisationen kannten die Trompete. Die ältesten Trompeten waren gestreckt oder am unteren Ende gebogen, zumeist mit zylindrischer Röhre und einem leicht ausgeweiteten Schallstück. Blechinstrumentenbauer des späten 18 Jhd. bemühten sich besonders um die Herstellung einer Trompete ohne die beengten Spielmöglichkeiten der Naturtrompete. Eine befriedigende Lösung des Problems wurde erst im frühen 19. Jhd. gefunden, als Blühmel und Stölzel die ersten Ventiltrompeten herausbrachten, die an Vielseitigkeit und Tonumfang alle Wünsche erfüllten. Die meisten Trompeten verfügen über drei Ventile, die einzeln oder in beliebiger Kombination gedrückt werden können und so alle Töne der Scala hervorbringen.Der Ton ist voll und schmetternd in der tiefen Lage und wird schärfer und mehr und mehr durchdringend, je höhere Noten gespielt werden.
Tonumfang:

Die Trompete klingt einen Ton tiefer als notiert.
Posaune
Die Posaune hat eine Zugvorrichtung zur Rohrverlängerung und damit zur Tonveränderung. Das Rohr der Posaune ist überwiegend zylindrisch, die Mensur ist eng. Sie erschien in Europa im 15. Jhd. und hat bis heute ihre ursprüngliche Form weitgehend bewahrt.Bei den Georgsbläsern findet nur die Tenorposaune Verwendung.
Tonumfang:

Die Tenorposaune klingt wie notiert.
Horn
Das Horn ist ein gekrümmtes konisches Instrument, bei dem der Ton durch die Vibration der Bläserlippen entsteht. Das ursprüngliche Instrument wurde aus Knochen und Hörnern von Tieren angefertigt und fand Verwendung zu Signalgebung und im sakralen Bereich. In Europa waren Hörner seit sehr frühen Zeiten bekannt. Etwa vom 14. Jhd. an erhöhte die Entwicklung von Metallhörnern mit Spezialmundstücken die Spielmöglichkeiten des Instruments. Durch den Einbau von Ventilen im 19. Jhd. und die Konstruktion des Doppelhorns gegen Ende des 19. Jhd. konnte das Waldhorn schließlich seinen Platz als regelrechtes Melodieinstrument im Orchester einnehmen. Der Hornist unterstützt den Ton, indem er seine rechte Hand in den Schalltrichter steckt. Mit Lageveränderungen der Hand verfeinert er den Klang und beseitigt Unreinheiten der Intonierung, er kann die Tonhöhe verschieben und verschiedene Klangfarbeffekte erzeugen.Tonumfang:
Flügelhorn
Das Bügelhorn, ein einfaches, im Mittelalter als Jagd- und Signalinstrument verwendetes Horn mit weiter Mensur und konischer Röhre, wurde erstmals im 18. Jhd. in Militärkapellen aufgenommen. Daraus entwickelte sich in den 1820er Jahren unser heutiges Flügelhorn. Es unterscheidet sich von der Trompete durch die weitere Mensur, ein tiefers Mundstück und den damit volleren, weicheren, weniger schmetternden Ton.Tonumfang:

Das Flügelhorn klingt einen Ganzton tiefer als notiert.
Tenorhorn / Bariton
Tenorhorn und Bariton sind größere Abarten des Flügelhorns, ebenfalls mit konischem Rohr und tiefem Mundstück und daher einem vollen, sanftem Klang.Tonumfang

Das Tenorhorn klingt einen Ganzton tiefer als notiert.
Tuba
Die Tuba ist ein Ventilblechblasinstrument mit weiter konischer Mensur, einer geweiteten Stürze und einem becherförmigen Mundstück. Ihr tiefer Klang ist durch ihre Dimensionen bedingt. Die ersten Tuben wurden zwischen 1830 und 1840 in Berlin hergestellt.Tonumfang:

Die Tuba klingt wie notiert.
Holzblasinstrumente
Die Gruppe der Flöten- und Rohrblattinstrumente wird als Holzblasinstrumente (kurz: Holz) bezeichnet. Das Holz steht im modernen Orchester der Gruppe der Blechblasinstrumente gegenüber und unterscheidet sich von ihr hinsichtlich der Art der Tonerzeugung mittels schwingenden Luftstroms bzw. Rohrblatt und der Spielweise: die Höhenveränderung geschieht durch Verkürzen der Schallröhre und Oktavklappen.Die Holzblasinstrumente waren in der Regel ursprünglich aus Holz gefertigt, können heute jedoch auch aus Metall sein (z. B. Querflöte, Saxophon).
Klarinette
Die Orchesterklarinette ist eines der vielseitigsten Orchsterinstrumente. Unmittelbarer Vorläufer ist das Chalumeau, welches von Christoph Denner um 1700 baulich entscheidend verändert wurde (Überblasloch, abnehmbares Mundstück u. a.). Das neue Instrument bekam seinen Namen von den hellen (clarus = hell, klar) Tönen, die nunmehr spielbar waren. Zwischen 1840 und 1850 wurde das Boehm-Klappensystem (sh. Querflöte) auf die Klarinette übertragen, wobei in Deutschland der Widerstand gegen die Boehm-Klarinette nie ganz überwunden wurde. Auch bei den Georgsbläsern findet ausschließlich das sog. deutsche System Verwendung.Hauptmerkmal der Klarinette ist das einfache Rohrblatt, dessen Vibration die Luftsäule im Instrument zum Schwingen bringt. Die Klarinette überbläst im Gegensatz zu den anderen Holzblasinstrumenten nicht in die Oktave, sondern in die Duodecime.
Tonumfang:

Die Klarinette klingt einen Ganzton tiefer als notiert.
Querflöte
Die Querflöte, wie sie heute in unserem Konzert- und Musikleben verwendet wird, existiert in dieser Form erst seit etwa eineinhalb Jahrhunderten. Das ursprüngliche Herkunftsland ist Asien, es gibt bildliche Darstellungen aus dem 9. Jhd. v. Chr. Sie ist ganz aus Metall, und hat einen kompliziert konstruierten Klappenmechanismus, der von Theobald Boehm entwickelt wurde. Die Querflöte zählt jedoch zu den Holzblasinstrumenten, was auf ihr ursprüngliches Material, Holz oder Bambus, zurückgeht.Tonumfang:

Die Querflöte klingt wie notiert, die Pikkolo klingt eine Oktave höher
Oboe
Die Oboe wurde im 17. Jhd. aus der Schalmei entwickelt. Während des Barock hatte die Oboe ihre Blütezeit,wurde später jedoch zunehmend von Querflöte und Klarinette ersetzt. Die wichtigste Entwicklung waren im 19. Jhd. die verschiedenen Klappensysteme.Hauptmerkmal der Oboe ist das doppelte Rohrblatt, dessen Vibration die Luftsäule im Instrument zum Schwingen bringt und der näselnde Ton.
Tonumfang:

Die Oboe klingt wie notiert.
Fagott
Das Fagott ist wie die Oboe ein Doppelrohrblattinstrument, welches im 17. Jhd. aus dem Curtal entwickelt wurde. Das Instrument besteht aus zwei parallel laufenden Röhren mit ca. 2,30 m Länge, die an einem Ende durch eine U-förmige Röhre verbunden sind.Als eines der gebräuchlichsten Basso-continuo-Instrumente der Barockmusik war es sehr beliebt und verbreitet. Das frühe Fagott hatte nur zwei Klappen, aber im 19. Jhd. experimentierten deutsche Instrumentenbauer mit verschiedenen Klappensystemen. Am erfolgreichsten war das von Heckel entwickelte.
Tonumfang:

Das Fagott klingt wie notiert.
Saxophon
Die Saxophone müssen mit den Klarinetten zu den Instrumenten mit einfachem Rohrblatt gerechnet werden und damit zu den Holzblasinstrumenten, obwohl sie aus Metall gefertigt sind. Sie nehmen eine Zwitterstellung zwischen Klarinette und Oboe ein. Das "Klarinettenmundstück" und ein für die Oboe typischer konischer Körper verschmelzen zu einem Instrument mit großer Vielseitigkeit und einem sehr modulationsfähigem Ton. Das Saxophon wurde 1841 in Paris von dem belgischen Instrumentenbauer Adolphe Sax erfunden. Saxophone gehören regulär zur Besetzung von Tanz- und Militärkapellen. Bei den Georgsbläsern werden derzeit das Alt-, Tenor- und das Baritonsaxophon gespielt.Tonumfang:

Das Alt- und Baritonsaxophon klingen eine kleine Terz höher als notiert.
Das Tenorsaxophon klingt einen Ganzton tiefer als notiert.
Schlagzeug
Die Schlagzeugabteilung des mordernen Orchesters umfaßt zwei Grundtypen von Instrumenten. Die einfachste Art, wozu z. B. Triangel und Holzblock gehören, ist ungestimmt. Gestimmte Instrumente wie z. B. Xylophon und Röhrenglocken können eine Melodie spielen. Die Geschichte der Orchesterschlagzeuggruppen begann Mitte des 18. Jhd., als das Interesse für türkische Musik zum Anlaß für die Einführung von Instrumenten wie Becken und Triangeln wurde.Pauken und Trommeln spielen im Schlagzeugsektor von Musikkapellen eine wichtige Rolle. Bildende Kunst und Literatur alter Zeiten beweisen, daß diese Instrumente Teil aller Hochkulturen waren. Pauken und Trommeln war in der Musik des Mittelalters und der Renaissance eine bedeutende Rolle zugewiesen. Besonders verbreitet waren der Tabor und die Kleine Trommel, die noch heute verwendet wird. Ebenso gebräuchlich waren im Mittelalter die Nacaires, kleine Pauken arabischen Ursprungs, die als moderne Orchesterpauken erhalten blieben. Außer den Pauken, die auf bestimmte Tonhöhen gestimmt werden können, umfaßt die Trommelgruppe der Musikkapelle das Drumset und die Große Trommel.
Der Schlagzeuger hat auch einige Effektinstrumente zu spielen, die nicht zu den Schlaginstrumenten gehören, z.B. Pfeifen.
Das Schlagzeug erfüllt u. a. folgende, nur teils voneinander trennbare Funktionen: Erzeugung von Rhythmen, Geräuschen, bestimmten Tonhöhen bzw. Melodien und Harmonien. Auf der Trommel lassen sich mit Einzelschlägen prägnante Rhythmen erzielen, mit Wirbeln anhaltende Geräusche. Die Rassel erzeugt Geräuschkomplexe, die durch ruckartiges Schütteln auch zu rhythmischen Gestalten gruppiert werden. Mit den Becken sind durch Einzelschläge langsam verhallende Geräusche möglich. Bestimmte Tonhöhen bringen z.B. die Röhrenglocken und die Gongs hervor.
Dieser Artikel wurde verfasst von Brigitte Koller.
Quellen:
- Rademacher, Johannes, Musikinstrumente, Köln, DuMont Buchverlag, 1996
- Geiringer, Karl, Instrumente in der Musik des Abendlandes, München, Beck, 1982
- The Diagramm Group, Musikinstrumente der Welt, Berlin, Signa, 1997
- Eggebrecht, Hans Heinrich, Meyers Taschenlexikon Musik, Mannheim, B.I. Taschenbuchverlag, 1984